FORUM "Lo Straniero" in Rom


Am 24. Februar 2018 fand in Rom das Forum "Lo Straniero" statt. Es wurde von dem vom Jacques-Alain Miller initiierten La movida ZADIG in Zusammenarbeit mit vielen anderen Verbindungen des Freud´schen Feldes organisiert und schließt an verschiedene Foren im letzten Jahr an (z.B.: Paris, Brüssel, Turin und nicht zuletzt den von ZADIG-Wien veranstaltetem Forum am 9.9.2017 "Die Angst vor dem Fremden - Aussonderung oder Diskurs"). Es zeugt von der Entscheidung der PsychoanalytikerInnen, ins politische Feld aktiv einzugreifen. Die Inhalte des Forums in Rom sind auch für die Vorgänge in Deutschland und Österreich höchst aktuell. Ihr findet hier ein Zeugnis dieser Veranstaltung von unserer Kollegin Karin Brunner, ein weiteres von unserem Kollegen Norbert Leber auf der homepage von ZADIG-WIEN.

 

Avi Rybnicki


Zeugnis von Karin Brunner

über das  ZADIG Forum in Rom

am 24.2.2018

 

Lo Straniero

 

Im Vorfeld wurden Texte von Psychoanalytiker/Innen ausgesandt. Teilweise französische Texte, die wir übersetzen werden.

Einleitend wird die breite Unterstützung durch Institutionen erwähnt: EU Institutionen,  EU Parlament. Von italienischer Seite unterstützt das Außenministerium und der Senat.

Seit dem zweiten Weltkrieg ist Europa mit der größten Migrations- und Flüchtlingsbewegung konfrontiert. Das macht eine long term policy notwendig. Eine policy, die den Menschenrechten mehr Gewicht gibt.

 

 

Eric Laurent widmet Judith Miller zum Anfang eine bedachte Rede

 

Sie hat schon in den späten 80er Jahren etwas zum Thema des Fremden gemacht. Ich habe das zu wenig genau verstanden, um Details zu berichten.

 

Beginn:

 

Einführung durch Antonio de Ciaccia (SLP, AMP)

 

PA and Politics: Was ist die Rolle der Psychoanalyse in der Politik?

 

Politik ist männlich und weiblich. Le politic - a play on words - an enigma?

 

Politische imaginäre Ideale führen über Akte zu Entscheidungen - haben reale Effekte. Wie geht Sprache innerhalb eines ethischen Rahmens? Was ist das Reale des Symptoms, das Unerträgliche, der Kollaps von Strukturen? Die Figur des Fremden wird zur Quelle von Angst markiert durch Zurückweisung. Politiker und auch Psychoanalytiker müssen vor/umsichtiger sein. Wir wissen nicht davon im eigenen Haus zu sein und uns von außen kommend zu sehen. Wir brauchen neue symbolische Strukturen. Geschichte ist nicht die Geschichte von Gewinnern. Es ist vielmehr die Geschichte der Flucht. Ein symbolischer Kompass ist nötig um Neuerfindungen im Umgang mit Jouissance zu ermöglichen. Die Veranstaltung braucht an ihrem Ende neue Symbole. Jede Podiumsrunde wird von einem Journalisten moderiert.

 

1. Podium: Lo straniero: Lo strano che è in noi

 

Journalist: Chefredakteur von L'Espresso Marco Damilano

 

Miquel Bassols:  Moral hat das Unbekannte vor der Türe plaziert.  Das Unbekannte, der Fremde ist aber Innen: Humanistische Ideale haben die Schwierigkeit sich mit dem Inhumanen in uns zu befassen. BonBarbar - ist eine Form der Zurückweisung. Gibt es ein Werkzeug mit dem nicht - Humanen sich zu unterhalten? Über Jacques Allain Millers Platzierung, daß der Satus jeden Subjekts, der Status eines Immigranten ist, stellt sich die Frage - wie mit dem Fremden in uns zu reden?

 

Marco Damilano: Bezeichnet Lampedusa als die Zone des Nicht- Ankommens.

 

Es sind neue Disziplinen notwendig. Was enthüllt der Fremde über uns?

 

Unterschiedliche Ideale? Wir nach 1989 glaubten an Demokratie. Diese Triebe, die wir hinter uns gelassen glaubten, sind immer noch da.

 

Antoine Cahen, EU-Parlament: Athen hat die Demokratie erfunden, Rom das Gesetz. EU -Schengen, die Grenzen betreffend. Dublin, die Migrationspolitik. Die Genfer Konvention wird eher eingeschränkt. Die Spannung zwischen „hospitality“ und „hostility“ im Gesetz nicht repräsentiert. Die Rahmenbedingungen für Asyl wurden in den 80er und 90er Jahren geschaffen. Es gibt deutliche Grenzen der realen Macht der EU. Die vielen Toten im Mittelmeer, Enklaven in Marokko, Syrienkrieg, die Ausgesetztheit Griechenlands und Italiens.

 

Der 4. Punkt der Dublinregelung, dass das 1. Aufnahmeland zurechtkommen muß, wird überarbeitet. Frontex hat eigene Werkzeuge. Die EU keine wirklichen.

 

Mons. Guerino di Toda, Bischof von Rom:

 

Er spricht leidenschaftlich. Es gibt einen jeweils persönlichen Bezug zwischen Innen und Außen. Wir können nicht sagen, dass uns das nicht angeht. Alles ist globalisiert nur Menschen nicht. Aus dem Buch des Exodus: Wir dürfen nicht Vorteil ziehen aus der Not der Flüchtenden und sie nicht unterdrücken. Wir waren selber einmal auf der Flucht. Die Konfrontation mit dem Fremden im Spiegel des Anderen und die Antwort der Identität darauf muß in Solidarität verwandelt werden. Am Beispiel von Ruanda:

 

Er hat als weißer Bischof einer sehr jungen, schwangeren Frau dort Angst gemacht. Es waren die eigenen Nachbarn, die gemordet haben. Angst vor dem vermeintlich Vertrauten angebracht. Wir brauchen Mut um der Differenz zu begegnen.

 

Fabio Ranchetti, Ökonom: fand, nachdem er betont, keinen Text vorbereitet zu haben und nur zugehört zu haben, dass es Austausch (im ökonomischen Sinn) gibt ohne Sprache.

 

Luigi Ferrajoli, Jurist, Uniprofessor, hatte an einer Rusell -Tribunal ähnlichen Struktur in Italien teil:

 

Die EU hat antifaschistische Wurzeln, bei ihrer Gründung. Es geht um fundamentale Prinzipien einer demokratischen Identität und Verfassung. Rassismus und Xenophobie ist gegen die Grundlegenden Prinzipien der EU und gegen Demokratie. Es gibt ein Recht auf Migration. 1639 (Francesco de Gregoria) - die „Illegale Migration“ ist eine Erfindung gegen alle demokratischen Prinzipien. Es gibt ein Recht auf Differenz. Das Recht zur Migration war im Dienst des Kapitalismus eine Art Garantie auf eine Lebensgrundlage. Die Exklusionspolitik erzeugt neue Figurationen. Outlaws und Kriminalisierung von flüchtenden Menschen. Die Migration kann nicht gestoppt werden. Wir sind ein vielfältig durcheinandergemixtes globales Dorf.

 

Es sagt der Hausverstand, dass wenn Flüchtlinge als Kriminelle gesehen werden man sie dazu macht.

 

Linda Lanzilotta, Vizepräsidentin des römischen Senats:

 

Sie spricht von angstmachenden strukturellen Problemen. Die internationale Solidarität ist nicht tief verwurzelt. Die Antwort ist nationalistisch, obwohl die EU ein demographisches Problem hat. Dass Migranten überlebensnotwendig sind ist schwer zu transportieren. Politics und policies können nur arbeiten, wenn sie die Menschen treffen. Handhabbar sind und verwurzelt sind in den Bürgern. Aber wie? Nicht erlauben vom Rechtsruck weggespült zu werden!? Die sozialen Medien sind Öberfläche für Triebe. Was ist mit den Plätzen/Piazzas in Italien? Es kommt zunehmend zu Segregation in dem Sinn, dass nur mehr diejenigen miteinander reden, die eine ähnliche Meinung haben.

 

2. Podium: Lo straniero: deserto e mare

 

Journalist: Stefano Feltri, Vizedirektor von Il Fatto Quotidiano

 

Teilnehmer:

 

Andrea Belladrdinelli, Rettungsdienste;

 

Marta Bernandrini, Mediterian Hope, Evangelischen Kirche Italien;

 

Loris de Fillipi, Mediziner ohne Grenzen;

 

Nicollo'Gargalia, Save the Children;

 

Nancy Porsia, Journalistin;

 

Andrea Segre Regisseur; Film: Mare chiuso

 

PA: Domenico Consenza (EFP)

 

Das zweite Podium gibt Zeignisse über die verzweifelt eskalierte Lage.  Domenico Consenza bezieht sich auf eine Bemerkung von JAM: „A more than a stranger“ das in Richtung Vernichtung/ Auslöschung abzielt.

 

Die Aktivisten dieses Podiums beschreiben ihre aktuellen Erfahrungen. Lybien wurde vom Durchgangsland von Flüchtlingen zum Quell - Land von Migration, a failed state. Die Lager dort seien neue Konzentrationslager. Menschen, die von dort kommen zeigen Zeichen von Folter an ihrem Körper. Die Hilfsmöglichkeiten auf See wurden bekämpft. Medizin ohne Grenzen spricht von 70 000 geretteten Bootsflüchtlingen und einigen verletzten Helfern. Der Vertrag sich rauszuhalten wurde nicht unterzeichnet. Es gibt derzeit kein funktionierendes Rettungssystem mehr.

 

Offizielle Möglichkeiten eines gesicherten Korridors für flüchtende Menschen ist notwendig. 20 000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden geschätzt.

 

Es gab eine starke Reaktion auf den Film von Andreas Segre - vom Opfer, als passivem Anderen zu einer Freiheit des Begehrens und von Träumen der Flüchtenden. Ich hab am Ende etwas von lost dreams geschrieben, kann den Zusammenhang aber nicht mehr rekonstruieren, aber es steht da, in meinem Notizheft.

 

 

Nach der Mittagspause:

 

Patricia Bosquin (PA ECF, AMP) gibt das Wort an Pietro Bartolo, er ist praktischer Arzt auf Lampedusa und seit Jahren da, am konkretesten Punkt der Begegnung.

 

Zeugnis von Pietro Bartolo

 

Pietro Bartolo berichtet auf bescheidene Weise von der Art seiner Arbeit. Er ist Allgemeinmediziner in Lampedusa und in einer öffentlichen Funktion in Palermo. Er kümmert sich um Kranke und Verletzte und um die auf See und Booten verstorbenen Menschen. Es war für ihn zentral jedem Verstorbenen seinen Namen zu geben und sein Herkunftsland festzustellen. Salzige Tränen ist der Titel eines Buches von ihm. Hat sich das Anlitz des Horrors menschlichen Elends seit 2017 verändert? 2017 war er dreimal pro Nacht unterwegs um Tote auf Booten zu identifizieren. Es hat sich etwas verändert. Das Abkommen zwischen Italien und Lybien hat die Zahl der ankommenden Menschen reduziert. Jetzt kommen Menschen aus Tunesien. Die die aus Lybien kommenden Menschen zeigen schwere Spuren von Folter und Mißbrauch. Frontex habe sich zurückgezogen. Die Menschen schweigen über Lampedusa. Auch Malta ist stark betroffen. Die Politik versagt. Teilweise gelang es Menschen an sicherere Orte zu bringen.Wo bleiben die 30-40 %, die nicht mehr kommen?

 

Wir brauchen sichere Korridore. Das Thema der Migration ist keine Krise. Es  muß als ein anhaltendes Phänomen genommen werden, es ist, wie es ist. Flüchtende Menschen wurden durch Lügen zu „Bösen“ gemacht. We and the people, our own heritage. We can live together.

 

3. Podium: Lo Straniero: porte aperte, porte chiuse

 

Journalist Francesco Conte:

 

Teinehmer:

 

Lilia Mahjoub

 

Irene Broz, Caritas

 

Andrea Cattaneo, FAO

 

Antonio Russo, Acli (christliche Gewerkschaft)

 

Sarantis Thanopoulos, PA SPI

 

Mario Tronco, Orchestra Piazza Vittorio

 

Cesare Zucconi, Comunità di Sant'Egidio 

 

 

 

Lilia Mahhoub:

 

Die Türe - etwas, womit sich Lacan im Detail befasst hat. Jenseits des simplen Bildes. Auf - dann zu. Wie eine schlagende Tür. Das Andere des Unbewußten, wie eine knallende Tür. Es ist mit Umsicht zu behandeln, es zu öffnen. Es öffnet sich auf etwas hin, das wir nicht wissen. Eine adoleszente Tochter nimmt zum Beispiel diese Türe auf ihre Schulter. Man kann unterschiedlichstes hiermit machen.  Nicht im geringsten heißt es, einfach großzügiger zu sein im Öffnen dieses Anderen. Eine Türangel - es ist eine Frage des „Wie“, wie wir diese Türe öffnen und schließen können. Das Forum ist eine Zeit zu hören.

 

Irene Broz spricht über die Fragmentierung von Organisationen. Viele waren aktiv, die plötzlich auftretende Not zu lindern. Der Papst rief auf die Reisenden zu begleiten, den Menschen zu begegnen.

 

Antonio Russo beschreibt private und öffentliche Räume, wie Grenzen, Züge, Piazzas, Plätze um zusammen zu kommen, Orte, die Begegnungen und einen Austausch ermöglichen.

 

Sarantis Thanopoulos beschreibt den Erdbebeneffekt planlos wilder Migration auf die Demokratien, die auf dem Spiel stehen. Alte Ideale von gestern helfen nicht.

 

4. Podium: Lo Straniero: i senza nome

 

Journalistin Annalisa Camilli, im Speziellen zum Thema Migration in Italien und in Griechenland. Sie fiel als Moderatorin leider aus.

 

Teilnehmer:

 

Andrea Catizone, Kinderanwältin

 

Andrea Lacomini, Unicef

 

Franco Lorenzoni, Jurist, Autor von Il bambini pensano grande

 

Jacopo Marzetti, Kinder und Jugendanwalt Region Latium

 

Paola Bolgiani, PA Präsidentin SLP

 

Paola Bolgiani beschreibt den Namen als Ausdruck des Begehrens der das Kind erwartenden Eltern. Es gibt eine Tendenz von Politk in Richtung eines Diskurs des „Managements“nach Guidelines zu wechseln. In solchen Kalkulationen ist das singuläre Subjekt nur noch ein Hindernis. Diese Weise des Managens führt zu Angst und Erschöpfung und einer Zunahme von Gewalt und der Ausstoßung des Symbolischen in Richtung eines Realen. Begehren als Sandkorn im Getriebe, das Worten ein Gewicht gibt.

 

Die Aktivisten dieser Runde beschreiben Effekte persönlicher Patenschaften für unbegleitete Minderjährige. Bolgiani: Es geht durch Zuhören im einzelnen Fall, um etwas anderes als Integration, eben um den jeweils singulären Effekt des Zuhörens.

 

Franco Lorenconi spricht über die Überraschung vieler Lehrer über den hohen Aufmerksamkeitsgrad und die Neugier der Kinder in den Schulen. Es gibt eine Schönheit, jenseits von sozialen Erwartungen, kleine Schönheiten. Das Erzählen der Geschichten/ der persönlichen Zeugnisse ist nicht auflösbar, es bleiben weiße Seiten, die, leer gelassen, Raum geben.

 

 

Bemerkungen zum Forum von

 

 Gil Caroz:

 

Es ist ihm besonders aufgefallen, dass die Institutionen auf EU Ebene und die regionalen Institutionen, wie auch die Regierungen im Umgang mit dem Migrationsthema versagen. Es wird auf der Eben des Imaginären belassen. Die engagierte Zivilgesellschaft macht die konkrete Arbeit zum Teil.

 

In Belgien und in Frankreich versuchen die Psychoanalytiker die Demokratie zu berühren, in dieses Feld zu intervenieren.

 

Ein Fokus stellt sich radikal:

 

Da die Migranten - hier die Gastgesellschaft. Wie korrespondiert der Umgang mit den Fremden mit dem Fremden in uns?

 

Die Psychoanalyse wird auch ihre klinische Erfahrung in der Arbeit mit Flüchtlingen präsentieren. Wir als PA arbeiten permanent mit dem Fremden in uns. Wir müssen einen Teil des Geschrieben weiß/leer lassen, damit er später geschrieben wird. Das hat eine epistemische und eine klinische Ebene.

 

Schluß: Enrico Berenguer gibt für den Abschluss

 

Eric Laurent das Wort

 

Zuerst sagt er am Beispiel Spaniens: Spanien findet sich gerade neu(!) in seiner Vergangenheit. Es kann sich nicht erinnern welch Ausmaß an Migration es im 16. und 17. Jahrhundert verursacht hat in Süd -und Lateinamerika. Jetzt könnte es die Migranten, die versuchen über die mexikanische Grenze nach Amerika zu kommen als entfernte Cousins  sehen. Es gibt sie die Erinnerungslücke.

 

Brutale Segregation schließt den/das Andere/n in politisch- und kultureller Hinsicht aus.

 

Zum ersten Weltkrieg, der sehr nationalistisch begann, besteht eine Versuchung den Schluß zu ziehen, dass so ein  Krieg auf dem  Defizit von Kulturen beruht. Mit Bezug zu Freud 1915: Krieg ist jedoch Teil der Zivilisation als Symptom. Das ist ein Aufruf an die Verantwortung der Psychoanalytiker.

 

In Barcelona werden wir von einem anderen Fremden hören: von Autismus.

 

„Das Forum ist ein großer Erfolg“. Es ist deutlich geworden, dass alle stakeholder ein Problem hinsichtlich des Migrationsproblems haben. Es wurden sehr diverse, unterschiedliche Initiativen und Subjekte gehört. Die Psychoanalyse jedenfalls kann mit dem Fremden in seinen verschiedenen Funktionen umgehen. Anders als die Psychologen. Die Psychoanalyse insistiert in der Komplexität des Freud'schen Konzepts der Identifikation -  Passion - narzisstische Verrücktheit. Es gibt einen narzisstischen Faktor in der  Psychologie. Die Idee der Persönlichkeit ist paranoid. Der Fremde schlüpft in unser Leben, da ist etwas prekär, wir haben diese Teilungen/Spaltungen - diese Kluft - diese Ego-Verdrehungen. Das gespaltene Subjekt fühlt sich als Fremdes gegenüber dem Ich. Das Zusammentreffen mit diesem Fremden hat kein Symptom. Es kann sich nicht als Symptom schreiben. Jouissance und die Lust am Phantasma. Holzwege im Heideggerschen Sinn. Die Symptome sind einem ferne/fremd. Jouissance ist kein Fremdes für die Psychoanalyse. Es ist etwas jenseits des Lustprinzips. Jenseits des Familiären. Die Begenung mit dem Fremden ist es was wir seltsam finden. Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst? Manche haben lieber Geschichten. Freud folgt dem Thema: Nach dem Buch des Exodus-Du darfst fremde Menschen nicht aussondern!

 

Die Grenze/limit gegnüber dem Anderen ist etwas anderes. Wir kämpfen nicht gegen falsche Religionen oder Helden. Wer ist unser Nachbar?

 

Freud hatte da eine Skepsis, da das Böse/Gehässige da nahe, im Eigenen ist. Aggression zielt permanent auf das Reale im Anderen, auf die andere Jouissance. Papst Franziskus riet zur Umsicht - zu einer Willkommenskultur für Migranten.

 

Die Menschen auf den griechischen Inseln schaffen es mit den Migranten zu leben. Auch Italien geht irgendwie damit um - Franziskus weist auf eine Notwendigkeit hin Umsicht walten zu lassen.

 

Neue Worte wie „savoir y faire“ und „bricolage“ sind da wichtig.

 

Antonio Russo zeigte einen Traum eines Flüchtlingskindes. Die Kooperationen auf vielen

 

unterschiedlichen Ebenen ist eine Herausforderung. Die Begegnung mit staatenlosen Menschen verändert auch deren „Helfer“. Ausrutscher von Trump werden durch Reaktionen seitens der Zivilgesellschaft etwas abgemildert. Das Spannungsfeld der Globalisierung und zunehmenden Segregation zusammen mit den Anspielungen der sozialen Medien stellt sich als neue Herausforderung. Bei 57 aktuellen Kriegen sind die Mauern, die gebaut werden, ein Versuch Abstand zum Anderen zu schaffen.

 

Sexuelle Skandale erschüttern als Trigger und lösen Angst aus, am Beispiel von Köln 2017.

 

Case H(y)stories vom Migranten zum Immigranten können Zeugnis geben.

 

Zwei konträre Beispiele:

 

Breschia: Hier sind Einwanderer in der 2. und 3. Generation gut etabliert und gebildet, sogar die Lega Nord wurde sie akzeptieren.

 

In Maccerata gab es eine Ekalation von Gewalt.

 

Benjamin Franklin meinte: Im Namen von security und safety werden wir möglicherweise beides verlieren - Sicherheit und Freiheit.

 

 

 

Die Psychoanalytische Erfahrung ist eingetaucht in das Chaos der Welt, dem globalisierten Chaos. Es gilt dem Subjekt zu seinem Recht zu verhelfen.

 

Immigranten sind Engel mit einer Botschaft. Diese triggert etwas an in der Demokratie, indem sie permanent prekär ist/sind. Die Prekarität aller Menschen, grundlegend.

 

Wien, 26.2.2018