Chronologie der Veranstaltungen des Neuen Lacan´schen Felds Österreich und des Viennese Psychoanalytic Seminars


2010

12.06.2010

Linz - Katholisch-Theologische Universität,

Bethlehemstraße 20

TAGUNG

EIN UNMÖGLICHER BE-RUF

ÜBERTRAGUNG-ÜBERMITTLUNG-ANALYTIKER WERDEN

 

„Das Ziel meiner Lehre, nun ja, das wäre, Psychoanalytiker zu machen, die dieser Funktion gewachsen wären, die sich das Subjekt nennt.“

 

Gastdozenten und Referenten

Claus Diether-Rath (Berlin), Karl Josef Pazzini (Hamburg), Avi Rybnicki (Tel Aviv), Gerhard Zenaty (Linz)

 

Thema der Tagung:

Ausgehend von Lacans Text Meine Lehre widmete sich die Tagung Fragen rund um die Themen Lehrbarkeit, Vermittelbarkeit, Übersetzbarkeit und Übertragbarkeit in der Psychoanalyse Freud und Lacans. Wie kann das dabei Verlorene als Verlust nutzbar werden? Wie können Effekte eines solchen „Rests“ wirken? Damit verbundene klinische Konsequenzen werden anhand von Fallvignetten diskutiert.


9.10.2010

Wien - Klaviergalerie, Kaiserstraße 10

TAGUNG

DIE SHOAH UND DER PSYCHOANALYTIKER

 

Gastdozenten

Daphna Amit-Selbst (Tel Aviv), Shlomo Lieber (Kfar Saba), André Michels (Luxemburg), Avi Rybnicki (Tel Aviv)

Thema der Tagung

 

Haben die Judenverfolgung und die totalitären Formen der Vergesellschaftung damals und in ihren Folgen bis heute, insbesondere in Österreich, Auswirkungen auf die psychoanalytische Arbeit?

Die psychoanalytische Arbeit mit Menschen, die die Shoah erlebten, auf beiden Seiten, und deren Kindern und Enkeln, wirft eine Reihe klinischer und theoretischer Fragen auf; so die nach dem Verhältnis von kollektiver und subjektiver Geschichte, von destruktiven Identifizierungen und Ängsten und ihren mannigfaltigen Äußerungen als Wiederholungen in einer anderen Zeit.

Was bewirkte die Shoah im äußeren und inneren Leben der Nachfolgegeneration der Überlebenden? Wie äußern sich diese Erfahrungen in Psychoanalysen, auch auf Seiten der Psychoanalytiker, die ja ebenfalls Nachfahren dieser Opfer- bzw.

Tätergeneration sind?

Der `Anschluss` Österreichs 1938 führte zum Exodus der Psychoanalyse aus Österreich. Nach 1945 gab es so gut wie keine Rückkehr überlebender Psychoanalytiker. Welche Folgen hat/te das für das Wiederentstehen einer psychoanalytischen Community in Österreich?

Falls die These der Mitscherlichs von der `Unfähigkeit zu trauern` immer noch zutrifft, was bedeutet dies für einen latenten und z.T. auch ganz offenen Antisemitismus in der österreichischen Gesellschaft? Gibt es eine diesbezügliche politische Verantwortung der Psychoanalytiker?


2011

21.05.2011

Linz - Akademisches Gymnasium, Spittelwiese 14

TAGUNG

DIE VIER GRUNDBEGRIFFE DER PSYCHOANALYSE

 

Gastdozent

Shlomo Lieber (Kfar Saba)

Diskutanten

Georg Gröller (Wien) Karl Stockreiter (Wien)

Thema der Tagung:

 

Wie können die vier freudschen Grundbegriffe „Unbewusstes, Wiederholung, Übertragung und Trieb“ neu gedacht werden?

Was kann das Subjekt wissen? Was bedeutet ,Subversion des Begehrens‘ ?

Was ist die Realität des Unbewussten und die Funktion der Übertragung?


2012

02.06.2012

Linz - Akademischen Gymnasium, Spittelwiese 14

TAGUNG

DIE URSACHE DES SUBJEKTS UND DIE POLITIK DES SYMPTOMS

 

Gastdozent

Antoni Vicens (Barcelona)

 

Diskutanten

Shlomo Lieber (Kfar Saba), Avi Rybnicki (Tel Aviv)

 

Thema der Tagung:

 

Auf der Basis des 2. Teils von Lacans Seminar XI werden wir versuchen, die Position des Subjekts, den Status des Unbewussten, die Funktion und die Eigenschaften des Symptoms in der heutigen globalisierten, kapitalistischen Gesellschaft näher zu beleuchten. Gibt es eine neue Klinik? Wie sind die Symptome, die wir heutzutage in der Praxis häufig antreffen, einzuordnen? Z.B. der Hang zu Abhängigkeiten aller Art, Überflussphänomene, Langeweile, Trieb- und Lustlosigkeit. Welche Konsequenzen hat dies für unsere Art psychoanalytisch zu arbeiten? Und welche Antwort hat die Psychoanalyse auf eine Kultur, die nach sofortiger Befriedigung verlangt? Diese Antwort wird immer auch einen politischen, subversiven Charakter tragen.

 

Der Tagungsband ist im BOOKSHOP erhältlich.


2013

27.04.2013

Wien – Klaviergalerie, Kaiserstraße 10

TAGUNG

ZU WEM SPRICHT SCHREBER HEUTE? PHÄNOMENE DES WAHNS; DER ANDERE UND DIE PSYCHOSE

 

Gastdozenten:

Daphna Amit-Selbst (Tel Aviv), Pierre Naveau (Paris)

 

Thema der Tagung:

 

Freud verstand die Psychose als einen Versuch des Subjekts, sich „jenseits“ der Vaterfunktion zu definieren. Die Psychose kann mit Lacan als eine produktive Form verstanden werden, auf den Verlust der „Namen des Vaters“ zu antworten. Die Schwäche der Vaterfunktion und die Veränderung ihrer Erscheinung in der heutigen techno-wissenschaftlichen, kapitalistischen Gesellschaft führen zu neuen klinischen, politischen und kulturellen Phänomenen und bringen neue Fragen und Herausforderungen für die Psychoanalyse mit sich; unter anderem bezüglich  des Status der strukturellen Diagnose Neurose, Perversion, Psychose und der Orientierung der Kur in Richtung des Realen und des Jenseits des Ödipus.

 

Der Tagungsband ist im BOOKSHOP erhältlich.


2014

28. 3. 2014

Wien - Institut français d´Autriche, Währingerstraße 30

 

BUCHPRÄSENTATION der deutschen Erstausgabe

„LOST IN COGNITION“ von Eric Laurent

Übersetzung ins Deutsche: Miriam Friedrichs und Danièle Gaspart.

Herausgegeben vom Neuen Lacanschen Feld Österreich

 

VORTRAG

von Eric Laurent

LA PSYCHANALSE ET SES PREUVES  (Die Psychoanalyse und ihre Beweise)

 

Diskutanten

Eva Laquieze-Waniek (Wien), Wolfgang Müller-Funk (Wien)

 

Thema des Vortrags:

Manche denken, dass die Zeit gekommen ist für eine Übersetzung der sub­jektiven Prozesse in Begriffe des neuronalen Netzes. - Ausgehend von der Psychoanalyse Lacan´scher Orientierung vertritt Eric Laurent in diesem Buch eine gegensätzliche These: Was durch diese vermeintliche Übersetzung der Kognitionsmodelle verloren geht, ist das Unbewusste. Man verliert darin das Subjekt der analytischen Erfahrung und das Objekt der Psychoanalyse.

 

"Lost in Cognition" sowie der Tagungsband sind im BOOKSHOP erhältlich.


29. 3. 2014

Wien – Klaviergalerie, Kaiserstraße 10

SEMINAR

DER ANDERE OHNE DEN ANDEREN. WAS HÄLT NACH DEM ÖDIPUS?

 

Gastdozent

Eric Laurent (Paris)

 

Diskutanten

Mabel Graiver (Tel Aviv), Shlomo Lieber (Kfar Saba), Avi Rybnicki (Tel Aviv), Veronika Waitz (Wien)

 

Thema des Vortrags:

Freud sah das Ende der patriarchalen Hierarchie voraus und formulierte den symbolischen Vater mit Hilfe der Mythen von Totem und Tabu und Ödipus. Lacan radikalisierte Freuds Orientierung durch die Aussage im Seminar 6 “Es gibt keinen Anderen des Anderen“, die auch den symbolischen Vater relativiert und letztendlich durch „Die Namen des Vaters“ und die Praxis in Richtung des Realen ersetzt. Die Leiden der heutigen Kultur wie Suchtverhal­ten, allgemeine Lust- und Orientierungslosigkeit, die Schwierigkeit, irgend eine Struktur auf gewisse Dauer zu halten, komplexe klinische Bilder, auf die die Psychiatrie mit einer Klassifizierungslawine reagiert (z.B. DSM5), bestätigen diese Richtung. Die Psychoanalyse kann eine Praxis des Begehrens als Alternative zur allgemeinen Hilflosigkeit anbieten.

 

Der Tagungsband ist im BOOKSHOP erhältlich.


26.9.2014

Wien - Klaviergalerie, Kaiserstraße 10

ÖFFENTLICHER VORTRAG

POLITISCHE KRISEN IN DEN AUGEN DER PSYCHOANALYSE

von Gil Caroz (Brüssel)

 

Thema des Vortrags

 

Unabhängig von seiner psychischen Struktur ist die Geschichte eines jeden Subjekts von Momenten eines radikalen Wandels markiert, den wir Krise nennen. Das Gleiche können wir über jede psychoanalytische Kur sagen. Nach entscheidenden Momenten sind die Dinge nicht mehr, wie sie waren. Wir werden uns diese entscheidenden Momente in der psychoanalytischen Klinik näher ansehen und versuchen, ihre Logik zu verstehen.

 

 

27.9.2014

Wien - Alte Kapelle, Campus Altes AKH, Spitalgasse 2-4

SEMINAR

ENTSCHEIDENDE MOMENTE IN DER PSYCHOANALYTISCHEN KLINIK

mit Gil Caroz (Brüssel)


2015

24./25.04. 2015

Wien - Sigmund Freud Museum, Berggasse 19

In Kooperation mit dem Sigmund Freud Museum Wien:

 

KONGRESS

DER SPRECHENDE KÖRPER

DIE KRISE DES UNBEWUSSTEN UND DIE HYSTERIE

IM 21. JAHRHUNDERT

 

Gastdozenten

Laure Naveau (Paris),  Pierre Naveau (Paris)

 

Diskutanten

Daphna Amit-Selbst (Tel Aviv), Mabel Graiver (Tel Aviv), Norbert Leber (Linz), Shlomo Lieber (Kfar Saba), Avi Rybnicki (Tel Aviv)

 

Thema des Kongresses:

 

Die zahlreichen Krisen, die der heutige globalisierte Kapitalismus mit seinen technologischen Veränderungen hervorruft, erzeugen in der Klinik des 21.Jahrhunderts neue Phänomene, die eine Herausforderung für die Psychoanalyse darstellen - sofern sie aktuell bleiben will. Neue Formen eines "Genießens des Körpers" erscheinen, die unter anderem die Begriffe der Verdrängung und des klassischen freudschen Unbewussten hinterfragen. Was ist das Unbewusste heute, was ist das " Lacansches Unbewusste"? Inwieweit sind die strukturellen Klassifizierungen von Psychose, Neurose und Perversion noch ausreichend? Wir beschäftigen uns damit am Beispiel der Hysterie. Wie gehen wir mit Momenten der Krise in der psychoanalytischen Praxis um? In welcher Weise ist ein Verhältnis zwischen dem Unbewussten und dem Lacanschen parlêtre denkbar, wie dies Jaques-Alain Miller in seiner Präsentation des Themas für den WAP-Kongress 2016 vorgeschlagen hat? Begegnet uns heute ein anderes Reales? Eines von dem Lacan sagte, dass es das Geheimnis des sprechenden Körpers und des Unbewussten ist?

 

Der Tagungsband ist im BOOKSHOP erhältlich.


20.11.2015

Gründung des Viennese Psychoanalytic Seminars (VPS)


 

20./21.11. 2015

Wien - Institut français d´Autriche, Währinger Straße 30

 

STUDIENTAG DES

VIENNESE PSYCHOANALYTIC SEMINARS (VPS)

veranstaltet  vom Neuen Lacanschen Feld Österreich und dem Institute of the Freudien Field (Paris)

 

SINGULÄRE EFFEKTE DER PSYCHOANALYSE IN DER KLINIK DER PSYCHOANALYSE DES JAHRHUNDERTS

 

20.11.2015

ERÖFFNUNGSVORTRAG

PSYCHOANALYTISCHE ETHIK UND KLINISCHE PROBLEME DER GEGENWART

 

von  Lilia Mahjoub (Paris)

21.11.2015

 

STUDIENTAG

Referat: Gewöhnliche Psychose 1,2,3, and 4

Yves Vanderveken (Brüssel)

Referat: Die Handhabe der Übertragung in einem Fall von multiplen Süchten

Gil Caroz (Brüssel)

 

Respondenten während des Studientags:

Daphna Amit-Selbst (Tel Aviv), Christian Kohner-Kahler (Wien), Norbert Leber (Linz), Shlomo Lieber (Kfar Saba), Elisabeth Müllner (Linz), Helga Treichl (Wien)

Thema des Studientags

Lacan warnt vor der Illusion (Lacan, Se 7, Ethik, S. 360), unseren Patienten die Möglichkeit eines ungetrübten Glücks zu eröffnen, das auf einer totalen Reduktion jener Antinomie basiert, die Freud in seinem „Unbehagen in der Kultur“ so nachdrücklich formulierte. Diese Antinomie besteht darin, dass die Form, in der sich diese Moralinstanz konkret in den Menschen einschreibt, das Über-Ich, einer Ökonomie zugehört, die umso fordernder auftritt, je mehr man ihr Opfer bringt.

Lacans Warnung von 1959 scheint aktueller denn je: das Versprechen des vollständigen Glücks, das die kapitalistische Konsumgesellschaft als käufliches Gut propagiert und dessen Entwicklung Aufgabe der Wissenschaft ist, geht einher mit der immer massiveren, unerbittlichen Forderung des Über-Ichs: „Genieße, verwirkliche dich!“

In der Folge begegnen wir einer neuen Klinik: Lustlosigkeit, Ziel- und Orientierungslosigkeit, Suchtverhalten, Rückzug, vermehrte Übersetzung von seelischen Problemen ins Körperliche sowie neue Formen des Wahns, gewöhnliche Psychosen und Formen des ungezügelten Triebs. Das sprechende Subjekt wird immer leiser und seine Stimme droht zu verstummen.

Wir versuchen den aktuellen Problemen der heutigen Konsumgesellschaft eine Praxis entgegenzusetzen, die dem Subjekt das Wort wiedergibt. Das ist eine Psychoanalyse, die nicht von einem festen Verankerungspunkt ausgeht, sondern von Verknüpfungen, ohne einen anderen als Garanten. Was uns bleibt ist die Serie, der Diskurs, wie ihn Miller betonte. 

Avi Rybnicki


2016

29./30.01. 2016

Wien - Klaviergalerie, Kaiserstraße 10

VORTRAG UND KLINISCHER STUDIENTAG

DER KÖRPER IN DER GEWÖHNLICHEN PSYCHOSE

 

Gastdozentin

Florencia Shanahan

Thema des Vortrags:

 

Als Freud begann, den Erzählungen von Frauen, die an ihrem Körper litten, zuzuhören, wurde dies zur Geburtsstunde der Psychoanalyse.

 

Es war eine Epoche, die durch Unterdrückung der Sexualität und Verbote geprägt war, was zur Erfindung des Freudschen Unbewussten führte. Heute ist das Soziale verändert, das Objekt an seinem Zenit und die großen Narrative und Ideale sind nicht mehr fähig, als allgemeingültiger Kompass für die Regulierung der Jouissance bei Nichtvorhandensein des großen Anderen zu dienen.

 

Wie kann man dies in der Klinik, wo körperliche Symptome immer seltener metaphorisch sind, durch Lacans Lehre berücksichtigen? Was ist eigentlich ein Körper in der Psychoanalyse, und wie kann dem in der Orientierung der Kur Rechnung getragen werden?


01.04.2016. Wien

 

Sigmund Freud Museum, Berggasse 19

Viennese Psychoanalytic Seminar (VPS) in Kooperation mit dem Sigmund Freud Museum Wien Promoted by Neues Lacanches Feld Österreich and the Institute of the Freudian Field (Paris)

 

FILMPRÄSENTATION

À CIEL OUVERT / LIKE AN OPEN SKY

„Sprache ist wie ein Komet, der den Planeten Körper trifft.“ Mit diesem einfachen Bild beschreibt ein Mitarbeiter von Le Courtil jenen initialen Moment, der uns zu Menschen macht. Le Courtil - so lautet der Name einer belgischen Institution, die vor allem ein Platz zum Leben und zum Arbeiten ist. À Ciel Ouvert (Like An Open Sky) von Mariana Otero zeigt diese alltägliche, klinische Arbeit mit psychotischen Kinder, die ihr Fundament in der Ethik Jacques Lacans hat.

Es ist Teil der Arbeit in Le Courtil auf eine Etikettierung und Kategorisierung dieser Kinder zu verzichten. Anstelle von Zuschreibungen wie „psychotisch“ oder „autistisch“, betrachtet man sie als Wesen, die der „Sprachkomet“ in einer Weise getroffen hat, die ihrem Leben in Gesellschaft große Mühen auferlegt und den Mitmenschen mitunter zu einem permanenten Reservoir von Ängsten macht. Gemeinsam wird daher in Le Courtil die Anstrengung unternommen, jedem einzelnen Kind bei seinen subjektiven „Lösungsarrangements“, einer Verbindung von Sprache-Körper-Welt, zuzuhören. Sodann wird versucht mit diesen subjektiven und stets einmaligen Lösungen eine Arbeit zu beginnen, die gewisse neue Verknüpfungen des Sprechens an das soziale Band „unserer“ Sprache ermöglicht. Diese täglichen „Neuerfindungen“ erforderten aber eine Institution, die im Dienste ihrer Aufgabe auch die eigenen Strukturen ihrer Organisationsform erst „neu erfinden“ musste und Le Courtil geht bis heute auch hier eigene und überraschend ungewohnte Wege. Mariana Otero ist es gelungen, diese „invention from day to day“ in berührend, einfühlsamer Weise darzustellen.

Anschließend GUY POBLOME (Brüssel) im Gespräch mit Roman Widholm (Wien) und Helga Treichl (Wien)

 

02.04.2016

Wien - Klaviergalerie, , Kaiserstraße 10

KLINISCHER STUDIENTAG

PSYCHONALYSE UND INSTITUTIONEN

 

Referat:

Eine Praxis im Lichte der Psychoanalyse

von Guy Poblome (Brüssel)

 

Referat:

Ein Gebrauch der Sprache als Institution

von Gil Caroz (Brüssel)

 

Respondenten:

Karin Brunner (Wien), Elisabeth Müllner (Linz), Avi Rybnicki (Tel Aviv), Irene Steinlechner (Wien)

 


18./19.11.2016

Wien - Klaviergalerie, , Kaiserstraße 10

KONFERENZ

DER ANFANG EINER PSYCHOANALYTISCHEN KUR - PHÄNOMENE UND STRUKTUR

 

Gastdozenten und Dozenten

François Leguil (Paris) Marco Mauas (Tel Aviv) Avi Rybnicki (Tel Aviv)

 

Respondenten

Perla Miglin (Tel Aviv) Magda Sorger-Domenigg (Wien)

 

Inhalt der Konferenz:

 

“Die Ausbildung des Analytikers verlangt, dass er im Prozess, in dem er seinen Patienten führt, weiß, um was die Bewegung kreist. Diesen Drehpunkt bezeichne ich als… das Be-gehren des Psychoanalytikers“ (Seminar XI, S.242f).

 

Wir stellen uns die Frage des Anfangs. Welche Phänomene dienen als Einstiegspunkte, um diesen Drehpunkt zu finden, der es dem Analytiker ermöglicht, die Kur auszurichten und den Analysanten in das Reden einführt?

Download
Bericht über die Tagung "Der Anfang einer psychoanalytischen Kur - Phänomene und Struktur"
Report 3. VPS Tagung.pdf
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2017

20. und 21.1.2017

Josefstädter Straße 69/5, 1080 Wien

RUND UMS UNBEWUSSTE IN DER PSYCHOANALYTISCHEN KUR. ZEIT, WIEDERHOLUNG, ÜBERTRAGUNG, TRIEB

NACHLESE:

 

Literatur: S. Freud „Bemerkungen über die Übertragungsliebe“, J. Lacan Seminar XI

 

Kapitel 10 und 11

 

 

 

Beim Seminar am 20.und 21.1.2017 waren 25 Teilnehmer.

 

So wie bisher wechselten Einheiten mit Lektüre und Arbeit an einer Fallgeschichte ab.

 

Einige Themen, die zu Sprache kamen, bezogen sich auf die Übertragung, die Wiederholung und die Sprache.

 

Bezüglich der Übertragung ging es um Unterschiede zwischen symbolischer, imaginärer und realer Übertragung. Bei der realen Übertragung geht es um Effekte im Körper.

 

Zur Übertragung als Widerstand ist folgendes zu sagen. Bei jeder Öffnung des Unbewussten,-   J. Lacan nennt es, Zitat „Spiel der Signifikanten-in seinen Bildungen: Traum, Versprecher, Witz, Symptom“, ist der Andere bereits da. Die Übertragung schließt folglich das Unbewusste, das heißt, ihre Funktion besteht im Widerstand: Übertragungswiderstand.

 

Die Übertragung ist nicht Wiederholung. In der Übertragung glaube ich zu finden, was mir fehlt und das schließt das Unbewusste. In der Wiederholung wiederholt sich ein Misslingen, ohne Formierung. Es hört nicht auf sich zu suchen und findet keinen Fixpunkt. Das, was nicht ins Phantasma aufgenommen wurde, wird zur Wiederholung.

 

Spezifisch ist die negative Übertragung. Sie ist nicht Hass oder Kritik, sondern sie lässt den Analytiker nicht aus den Augen.

 

Im psychoanalytischen Arbeiten führt die Übertragung einerseits zu einem Schliessen und ist zugleich ein Hinweisen auf die, Zitat J.Lacan: „Vergegenwärtigung der Spaltung des Subjekts“. Es ist ein Arbeiten mit Orientierung in Richtung Begehren, der „Schönen  hinter den Fensterläden“(Zitat J.Lacan).

 

Bezüglich der Sprache gibt es Unterschiede zwischen Aussagen und Aussage.

 

Die Sprache schreibt sich wie ein Parasit vom Anderen ein. Die ständige Frage des Neurotikers lautet daher: Was willst du mir damit sagen? Der Neurotiker verwischt seine Spaltung, meint er wäre Herr seiner Rede und will von seinem Begehren nichts wissen. Deshalb ist es wichtig, dass der Analysand spricht. Zitat J. Lacan, „Was immer animierende Wirkung hat, ist Begehren. Davon zeugt jedes Aussagen“


11.03.2017

 

Institut für Wissenschaft und Kunst - 1090 Wien, Berggasse 17

 

KLINISCHER TAG mit

 

Natalie Wülfing (Berlin)

 

 

 

Referenten:

 

Elisabeth Müllner, Norbert Leber, Magdalene Sorger

 

 

 

Respondenten

 

Andreas Steininger (Wels/Linz) Nathalie Wülfing

 

 

 

Inhalt der Studientags

 

 

 

"Der Platz des Lapsus trägt absolut keinen Sinn (oder keine Bedeutung), man ist sich nur sicher, dass man im Unbewussten ist. Man weiß das. Aber es genügt schon, dass man seine Aufmerksamkeit darauf richtet und schon verlässt man das wie-der." Lacan J., "Preface à l'édition anglaise du Séminaire XI", Autres ecrits, p. 571

 

Das Konstruieren eines Falles folgt der Idee Freuds "das andere Stück der Arbeit in der Analyse" zu leisten. Einer Idee, deren Entstehung dem Begehren des Psychoanalytikers geschuldet wird. 'Materialien' zur Konstruktion sind die Bildungen des Unbewussten des Patienten.

 

Beim Konstruieren gibt es immer einen Rest. Lacan formalisierte die Frage dieses Restes in dem er den großen Anderen mit einer Barré versah. Vier klinische Fälle werden uns helfen die Arbeit aus der Novemberkonferenz des VPS zu Phänomenen am Anfang einer psychoanalytischen Kur aufzugreifen und fortzuführen.

 

Norbert Leber

 


01.04.2017

Altes AKH- Alte Kapelle, 1090 Wien, Spitalgasse 2

 

 

KLINISCHER STUDIENTAG

 

„Um das Unbewusste“

mit

 

Gil Caroz (Brüssel)

 

Referenten:

Avi Rybnicki (Tel Aviv)

Helga Treichl (Wien)

Markus Zöchmeister (Wien)

 

Respondent

Gil Caroz

 


 

12.05.2017

Otto Wagner Spital | Baumgartner Höhe 1 | Pavillion 4/1 | 1140 Wien

 

 

PATIENTENINTERVIEW

mit

 

Hervé Castanet

 

Inhalt

In Ländern, in denen Organisationen des Freud´schen Feldes aktiv sind, gibt es mit dem Instrument des klinisch-psychoanalytischen Patienteninterviews eine langjährige Tradition und Erfahrung. Dieses klinische Instrument wird psychiatrischen und psychosozialen Einrichtungen zur Verfügung gestellt und findet innerhalb der Institutionen statt.

 

Dabei spricht der Interviewte über sein Leiden in einer höchst subjektiven Weise, die sich oft abseits oder jenseits des üblichen Verstehens und Einteilens in die gängigen, etablierten wissenschaftlichen Kategorien bewegt. Das Interview tendiert in eine Richtung, wo ein Subjekt von der Einmaligkeit, Unvergleichbarkeit und Nicht-Einteilbarkeit seines Leidens Zeugnis ablegt. Dazu bedarf es aber einer ganz bestimmten Ethik auf Seiten des Interviewers diese Einmaligkeit zu hören.

 

Hervé Castanet hat sich dankenswerter Weise bereit erklärt, erstmals in Wien ein klinisches Patienteninterview durchzuführen.

 

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12.05.2017

Klaviergalerie | Kaiserstraße 10 | 1070 Wien

 

 

ÖFFENTLICHER VORTRAG

 

Von der Perversion zur Père-Version

mit

 

Hervé Castanet (Marseille)

 

Respondent

Avi Rybnicki (Tel Aviv)

 

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13.05.2017

Klaviergalerie | Kaiserstraße 10 | 1070 Wien

 

 

KLINISCHER TAG

mit

 

Hervé Castanet (Marseille) und Pamela King (Marseille)

 

Argument

„Ein Subjekt im Nebel“, dem jegliche Koordinaten für sein Sprechen, sein Begehren abhandengekommen sind, beschreibt folgendes Bild: „Ich sehe mich gegenüber einem Chirurgen, ohne einen Penis zu haben, ohne irgendwas an dieser Stelle, nur Schamhaar“. Ferner haben eine Anzahl von Tagträumen aus seiner Kindheit den gleichen Inhalt – keinen Penis mehr zu haben. In einer anderen Situation beschrieb er eine vorgestellte Szene: „Körper machen Liebe.“ Er sieht sie von oben. Er kann nicht unterscheiden welcher Mann und welcher Frau ist.

 

Der klinische Fall von Castanet erzählt über den Verlust der phallischen Funktion, den Niedergang der Namen des Vaters und steht am Beginn einer verfeinerten klinischen Arbeit jenseits der binären Kategorien von Neurose und Psychose. Aus dieser Arbeit mit den „rare cases“, ging das Forschungsprojekt der „gewöhnlichen Psychose“ hervor, die diesen klinischen Tag mit Hervé Castanet und Pamela King einleitet. Die „rare cases“ sind mittlerweile inflationär. Wir leben in einem Zeitalter der aufgehobenen sexuellen Spielarten von Differenz und Perversion. Keiner glaubt mehr an den Anderen, der nicht existiert.

 

Vor dem klinischen Tag spricht Hervé Castanet am Freitagabend in einem öffentlichen Vortrag über den Schritt von der Perversion zur père-version.

 

Hervé Castanet: A subject in the fog, Psychoanalytical Notebooks p. 58

 

Referenten

Karin Brunner (Wien)

Christian Kohner-Kahler (Wien)

Avi Rybnicki (Tel Aviv)

Andreas Steininger (Wels/Linz)

 

Respondenten

Hervé Castanet (Marseille)

Pamela King (Marseille)

 


 

7. und 8. Juli 2017

Josefstädterstraße 69/5, 1080 Wien

 

 

2-TÄGIGES SEMINAR

mit

 

SHLOMO LIEBER

 

 

VOM FREUDSCHEN TRIEB ÜBER DEN TRIEB

ALS REDE (IM GRAPH DES BEGEHRENS)

ZUR JOUISSANCE UND DEM PARLÊTRE

 

FORTBESTAND UND WENDE